PRIMAL FEAR - Metal Commando

Tracklist:

  • I Am Alive
  • Along Came The Devil
  • Halo
  • Hear Me Calling
  • The Lost & The Forgotten
  • My Name Is Fear
  • I Will Be Gone
  • Raise Your Fists
  • Howl Of The Banshee
  • Afterlife
  • Infinity

Info:

 VÖ:  24.07.2020

Label:  Nuclear Blast Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7,5 / 10



Auch die Herren um Mat Sinner schmeißen in diesen schwierigen Zeiten ein neues Album ins Rennen. Primal Fear veröffentlichen in gleichmäßigem Abstand von zwei Jahren neue Alben und 2020 ist also nun das bereits dreizehnte dran. Der Name gibt aber zuerst einmal zu Bedenken. „Metal Commando“ hat man das Album relativ platt betitelt und lässt auf wenig Einfallsreichtum der Marke Mystic Prophecy schließen, was dies angeht.

 

Doch die routinierten Metaller um Frontsirene Ralf Scheepers wollten diesmal nicht einfach auf Nummer sicher gehen, sondern ein wenig zurück zu den harten Wurzeln der Anfangszeit. Und tatsächlich beginnt das „Metal Commando“ dann auch so. Der Opener „I Am Alive“ prescht flott nach vorne und zeigt Scheepers mit aggressiveren Vocals als noch zuletzt. Wuchtige Drums (Neu-Drummer Michael Ehre macht bereits hier einen hervorragenden Job) rühren den Beton an, den der ursprüglich Judas Priest-lastige Sound von Primal Fear braucht. Auch der folgende Midtempo-Stampfer „Along Came The Devil“ mit ebenfalls recht rauhen, aber sehr hohen Vocals beackert eher die ruhmreiche Vergangenheit der „Nuclear Fire“ oder „Black Sun“ Zeit.

 

Natürlich besitzen die Schwaben mit dem Gitarren-Triple Alex Beyreodt, Magnus Karlsson und Tom Naumann qualitativ hochwertige Waffen, um der Menge eine Vielzahl starker Riffs und Rhythmen entgegenzufeuern. Auch hier liegt immer noch der Vergleich mit Judas Priest begründet. Doch bereits mit Song Numer drei, „Halo“, verlassen Primal Fear den krachenden Schwermetall-Boden und liefern Melodic Power Metal im Tralala-Modus der Art neuerer Helloween ab. Auch „Hear Me Calling“, das mit schleppendem Riff und balladeskem Gesang beginnt, bedient sich im Refrain deutlich teutonischer Power Metal Strukturen.

 

Da kommt „The Lost & The Forgotten“ gerade recht, um mit einem high pitched Scream einen typischen Primal Fear Stampfer zu zelebrieren, der ebenfalls wieder mit rauheren Vocals gefällt. Leider wirken die Lyrics hörbar flach. Nach einer schnellen Abfahrt „My Name Is Fear“ folgt die obligatorische Ballade „I Will Be Gone“ mit Akustik Gitarre und allem was dazugehört. Tut nicht weh, besonders toll ist diese Sentimentalitäts-Nummer aber auch nicht.

 

Dem riffbetonten Fist-Raiser „Raise Your Fists“, sicherlich für die Bühnenbretter geschrieben, folgt eine weitere flotte Power Metal Nummer mit „Howl Of The Banshee“, sowie ein erneuter Stampfer mit ausuferndem Gitarrensolo („Afterlife“). Zum Abschluß überraschen Primal Fear dann noch mit einem über 11-minütigen Stück namens „Infinity“. Glocken, balladesk langsamer Beginn und erhabene Gitarrenmelodie....hier soll ein episches Stück enststehen. Größtenteils ist das auch gelungen, mehrere Breaks verändern das Tempo und die Tonfolge. Akustik Gitarre, melodischer Refrain...alles ist dabei, bis hin zum dramatischen Finale inklusive Piano. Nun ja, dieser Longtrack besticht durch Kurzweil, ein kommendes Monument im Heavy Metal Kosmos ist der Song aber nicht.

 

Die Rückbesinnung auf den Ursprung gelingt Primal Fear mit „Metal Commando“ teilweise. Irgendwie hat man aber den Eindruck, zu riskant wollte man nicht vorgehen und stellt mit der Zeit wieder auf Altbewährtes und a-typisch neueres Songwriting um. Einen Longtrack einzubauen verheißt dann aber doch wieder Risikobereitschaft. So kann man bei dem Album ein Auf und Ab erleben. Von old-school Primal Fear, über Gegegwärtiges bis hin zum neuen Ufer. Gutes, musikalisch über jeden Zweifel erhabenes Album ist „Metal Commando“ allemal. Der Fan wird damit zufrieden sein.  




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