NAD SYLVAN - Spiritus Mundi

Tracklist:

  • The Second Coming 
  • Sailing to Byzantium 
  • Cap and Bells 
  • The Realists
  • The Stolen Child
  • To An Isle In The Water 
  • The Hawk
  • The Witch and The Mermaid 
  • The Fisherman

Info:

VÖ: 09.04.2021

Label:  InsideOut Music


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8 / 10



Knapp zwei Jahre nachdem der schwedische Progrock Sänger Nad Sylvan seine Vampir-Trilogie mit dem Album „The Regal Bastard“ beendet hat, kommt nun sein neuestes Werk „Spiritus Mundi“ heraus. Diesmal geht’s um den irischen Schriftsteller und Lyriker William Butler Yeats und im Prinzip wurde Nad Sylvan durch den Musiker Andrew Laitres dazu gebracht, der schon den Bonussong des letzten Albums („The Lake Isle Of Innisfree“) schrieb und auch jetzt in Zusammenarbeit mit Sylvan dieses Album gestaltet hat.

 

Andrew Laitres hat neben der Gitarrenarbeit auch noch die zweite Singstimme auf „Spiritus Mundi“ übernommen, so daß er als ganz wichtiger Faktor auf diesem Album fungiert. Natürlich hat es sich Nad Sylvan aber nicht nehmen lassen, auch wieder eine ganze Reihe illustrer Gäste für die neuen Songs einzuladen. Neben Tony Levin, der gleich bei vier Songs den Bass bedient und Basser Jonas Reingold, hat man Mirkko De Maio für die Drums und Percussions geholt. Steve Hackett himself steuert auch bei einem (Bonus)Song seine Saitenkunst bei.

 

Musikalisch ist „Spiritus Mundi“ etwas ruhiger geraten, legt mehr den Fokus auf die Gesangslinien und lässt dennoch nicht die Progrock-Trademarks früherer Tage vermissen. So baut der Opener „The Second Coming“ ruhig auf, mit gesprochenen Worten, Akustik-Gitarre und leichten symphonischen Schlenkern. Nimmt im Verlauf etwas Fahrt auf und glänzt mit einer schönen, melodisch mehrstimmigen Passage. Das Piano erhält auf diesem Album enormes Gewicht. So beginnt „Sailing To Byzantium“ mit selbigem, fährt fort mit Akustik-Gitarre und dem eigenwilligen, mal an Peter Gabriel mal an Fish erinnernden Gesang von Nad Sylvan, lässt Clapping Hands folgen und wird dadurch flotter und atmosphärischer. Percussions und symphonische Einschübe tun ihr übriges, bis der Song wieder mit Akustik-Gitarre und Gesang ausklingt.

 

Auch „Cap and Bells“ beginnt eher besinnlich mit Spoken Words-ähnlichem Gesang. Man merkt, daß auf diesem Album Geschichten erzählt werden. Der Refrain ist wunderschön einfühlsam und Piano leitet zu flotteren Melodien über. Das kurze „The Realists“ bietet permanent ruhigen Gesang unterstütz von akustischer Gitarre und Streichern. „The Stolen Child“ dagegen hätte auch auf einem der letzten Fish-Alben stehen können. Von der Art her vergleichbar, startet man mit Gesang und Gitarre, wird im Verlauf immer intensiver mit diversen Percussions im Background und mehrstimmigen Passagen.

 

Bei „To An Isle In The Water“ halten folkige Klänge Einzug. Chorgesang, folklastige Gitarrenklänge und Streicher prägen diesen wiederum recht ruhigen Song. Am Ende kann man gar Flötenspiel von Kiwi Te Kanna genießen. Flott startet „The Hawk“, verbleibt aber vom Intensitätsgrad her im Bereich gediegenerer Marillion. Auch leichte Yes-Momente kommen einem in den Sinn und „na-na-na“-Gesänge lassen die Lust der Protagonisten an diesem Album spüren.

 

Mit „The Witch and the Mermaid“ wird ein weiteres kurzes Intermezzo mit Akustik-Gitarre und mehrstimmigem Gesang eingestreut, bevor beim Abschluß-Song „The Fisherman“ ein flottes E-Gitarrensolo überrascht. Überhaupt ist diese letzte Nummer die wenn man so will härteste mit tollen, flotten Rhythmen, endlich präsenteren Keyboards und einer Atmosphäre, die wieder an manchen Song von Fish erinnert.

 

„Spiritus Mundi“ geht im Vergleich zum Vorgängeralbum, wie schon erwähnt, etwas andere, ruhigere Wege und hat auch nicht die ganz so beeindruckenden Songs an Bord wie „The Regal Bastard“. Dennoch kommt bei Nad Sylvan und seiner markanten Stimme meist nur Gutes raus und so ist es auch diesmal kein Wunder, wenn wir wieder von einem erstklassigen Progrock Album sprechen. Einen großen, ja gleichwertigen Anteil daran hat aber definitiv auch Andrew Laitres, der ja für die Songs an sich Pate stand und diese zudem musikalisch mitveredelt.  



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Kommentare: 1
  • #1

    Nad Sylvan (Samstag, 10 April 2021 15:03)

    Thank you for a beautiful review. Though I must stress, "Cap and Bells" has no spoken word in the beginning, that would soleley be "The Second Coming". "Cap and Bells" is me singing "A Capella" accompanied by mother nature.

    Again, many thanks!
    Nad