LIPSHOK - Shadows Of A Dark Heart

Tracklist:

  • Answer The Call
  • Don’t Fear Defeat
  • Looking Glass
  • Without A Flame
  • And So He’ll Fly
  • Alive Once More
  • Revenge
  • Unknown

Info:

VÖ: 22.12.2020

Label: Sliptrick Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Rainer Kerber

 

Bewertung:  8 / 10



 

Lipshok stammen aus der kalifornischen Bay Area. Und die Band existiert bereits einige Jahre. Wenn ich den Informationen auf der Encyclopaedia Metallum glauben darf, sind sie mindestens seit 1995 aktiv. Zumindest erschien in diesem Jahr das Debüt (?) – Album “Electress”. Nach einer längeren Pause folgten drei weitere jeweils im Dreijahres-Abstand. Zuletzt “To Haunt A Quiet Realm” (2016). Nun geht mit “Shadows Of A Dark Heart” Album Nummer fünf an den Start, vorausgesetzt die Aufzählung ist vollständig. Wollen wir doch mal hören, wie dieser Symphonische Metal / Rock Made in California so klingt.

 

Sie erzählen Geschichten. So wirken einige Songs wie eine Fortsetzung des Märchens von “Alice im Wunderland”. Dass dazu keine Metal-Klänge passen, versteht sich von selbst. “Answer The Call” erzählt ausnahmsweise keine Fabel. Der mit sakralen Orgelklängen startende Song ist eher politisch angesiedelt. Hier geht es Menschen, die in diesen schweren Zeiten um Hilfe bitten. Ein brandaktuelles Thema, das auch entsprechend rockig umgesetzt wird. Aber schon bei dem etwas ruhigeren “Don’t Fear Defeat” tauchen die Musiker tief in die Märchenwelt ein. Scarlett hat eine angenehm klingende, gefühlvolle Stimme. Und ihre dezenten Keyboard-Teppiche, passen sehr gut zum Sound. Das sehr melodische Gitarrensolo ist dann das i-Tüpfelchen.

 

Auch bei dem Midtempo-Song “Looking Glass” beweisen die Musiker sehr viel Gespür für schöne Melodien. Und die Sängerin glänzt mit einem etwas tieferen Timbre als zuvor. “Without A Frame” ist eine herzzerreißende Power-Ballade. Bei den Strophen begleitet sich die Sängerin am e-Piano und Synthesizer. Beim Refrain setzt dann auch die Rhythmus-Abteilung ein. Auch hier ist wieder ein wunderschönes Gitarren-Solo zu hören. “And So He’ll Fly” erzählt die Geschichte von Ikarus und seinem tödlichen Fehler. Passend zum Thema klingt es hier härter, teilweise hektisch. Obwohl auch zumeist im Midtempo-Bereich angesiedelt, ist das wohl der härteste Song des Albums.

 

“Alive Once More” erzählt von den Träumereien eines Vampirs. Träumerische balladeske Melodien wechseln sich ab mit rockigen, teilweise kämpferisch klingenden Gitarrenriffs. Auch bei “Revenge” dominieren die Riffs, immer wieder unterlegt von Synthie-Klängen. Mit einer weiteren Ballade (“Unknown”) endet das Album. Lediglich das e-Piano und Synthie-Streicher begleiten hier den Gesang von Scarlett Dark. Live sorgt das beim flackenden Schein der Feuerzeuge ganz sicherlich für Gänsehautstimmung.

 

Ist das Gothic Rock oder Symphonic Metal, wie es im Pressetext steht? Für mich ist das ganz klar melodischer Rock, bei dem einige symphonische Anleihen verarbeitet wurden. Bei den Kompositionen zeigt sich, dass die Musiker langjährige Erfahrung haben. Und als Geschichtenerzähler erinnern sie mich ein wenig an die Briten von Magnum, allerdings nicht ganz so rockig. Ein gelungenes Album, das man sich in Ruhe anhören sollte. Dabei kann man jede Menge musikalische Feinheiten entdecken.


Diese Review ist offiziell erschienen durch Rainer Kerber bei KEEP ON ROCKIN' MAGAZINE


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