IRON MAIDEN - Senjutsu

Tracklist:

  • Senjutsu
  • Stratego
  • The Writing On The Wall
  • Lost In A Lost World
  • Days Of Future Past
  • The Time Machine
  • Darkest Hour
  • Death Of The Celts
  • The Parchment
  • Hell On Earth



Info:

VÖ:  03.09.2021

Label:  Parlophone Records


Video:


Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  9 / 10



Ein wenig überraschend kam die Ankündigung eines neuen Albums von Iron Maiden. Kaum war die erste Single ausgekoppelt, gab’s auch schon den Namen des neuen Werks. „Senjtutsu“ so der Titel des Nachfolgers von „The Book Of Souls“, welches ja nun auch bereits wieder sechs Jahre auf dem Buckel hat. Und gleich vorweg, in meinen Ohren ist „Senjutsu“ um Einiges besser als der Vorgänger. Auch diesmal ist’s ein Doppelalbum geworden, was natürlich bedeutet, daß es auch wieder diverse Longtracks aus Steve Harris‘ Feder auf’s Album geschafft haben.

Sehr blutrünstig ist auf jeden Fall das Artwork mit dem famosen Samurai-Eddie geworden. Gestaltet vom renommierten Künstler Mark Wilkinson.

 

Auf „Senjutsu“ durfte wieder jedes Bandmitglied seine Ideen einbringen, selbst Jannick Gers erntet Credits für den Song „Stratego“. Gleichzeitig die zweite Singleauskopplung. Los geht’s aber mit dem Titeltrack und mit gleich mal über 8-Minuten Länge. Ein sehr drumintensives  Stück mit solidem Gitarrenriff und Gesang der zeigt, das Bruce Dickinson nach wie vor hervorragend bei Stimme ist. Die typisch treibenden Maiden-Rhythmen lassen nicht lange aus sich warten. Der sehr melodische Refrain überrascht mit gleich gespielter Gitarrenmelodie im Duett. Feiner Zug, denn auch die äußerst harmonischen Momente, mit schönen Backing Vocals passen sich diesem Melodik-Hammer an. Starker Auftakt.

 

Es folgen mit „Stratego“ und „The Writing On The Wall“ zwei kürzere Nummern, die man zu Recht als Singles herausgebracht hat. „Stratego“ ist ein typsicher Maiden-Smasher mit galoppierenden Gitarrenrhythmen und Harris‘ unnachahmlichem Bass-Spiel. Die Performance von Dickinson ist teilweise richtiggehend hoch und mit diversen Echo-Momenten verfeinert. Dagegen ist „The Writing On The Wall“ überraschender. Der allererste Song, der von diesem Album bekannt wurde, beginnt langsam und liefert tatsächlich folkige, ja fast southernrock-artige Gitarren. Der Refrain fräst sich sofort ins Hirn und alles in allem haben wir es mit einem satten Maiden-Groover zu tun. Viel besser als manche Erst-Singleauskopplungen aus vergangenen Alben.

 

Zeit für den ersten Harris-Longtrack. „Lost In A Lost World“ bleibt zwar noch unter 10 Minuten, zeigt aber dennoch die für ellenlange Maiden-Songs typische Machart. Langsamer Beginn, balladesker Gesang, was in Folge flotter wird und mit leicht abgehackten Bass-u. Gitarrenklängen Futter für jeden Musikfanatiker bereithält. Dafür sorgt allein die langgezogene Instrumentalpassage in typischer Maiden-Art. Am Ende wird dann sanft zurückgefahren.

Ein weiterer Dickinson/Smith-Song bietet danach wieder straightes Hitpotential. „Days Of Future Past“ beginnt wuchtig und mit irgendwie verspielter Gitarre, verbleibt aber jederzeit supereingängig. Überhaupt fühlt man sich immer öfter an „Brave New World“-Zeiten erinnert. Keine schlechte Art und Weise, dieses Album zu gestalten.

 

„The Time Machine“ startet erneut langsam mit gezupfter Gitarre und man bringt auch mal sphärische Keyboards im Background. Klar, daß auch dieser Song wieder Fahrt aufnimmt und mit guten Gesangslinien glänzt. Ein wahres Galopp-Solo und ein etwas zerfahrener Stakkato-Riff-Part genügen höchsten Ansprüchen.

Auf See begeben sich Iron Maiden bei „Darkest Hour“, zumindest wenn man das anfängliche Wasserrauschen und Möwengesänge zugrunde legt. Der sehr atmosphärische Track wechselt zwischen langsamen, schleppenden Parts und hervorragendem Midtempo-Groove. Ein sehr melodisches Ausrufezeichen und sicherlich eines der besten Stücke auf „Senjutsu“.

 

Die letzten drei Songs sind dann allesamt Longtracks zwischen 10 und 12 Minuten Länge und ausnahmslos auf den „Mist“ von Steve Harris gewachsen. Das lässt sich der Gute einfach nicht nehmen und auch hier machen diese Mammutwerke keine schlechte Figur. „Death Of The Celts“ mündet von sphärischer Langsamkeit in immer intensiveres Spiel. Die typischen Maiden Rhythmen immer im Blick sind natürlich die rein instrumentalen Passagen nochmals ausgeprägter. Bei diesen begnadetet Musikern kommt selbstredend aber nie Langeweile auf. Dennoch leidet „The Parchment“ ein wenig unter immer wiederkehrenden Wiederholungen. Dafür brillieren Iron Maiden bei diesem Song mit orientalischen Vibes und harten Gitarrenlicks. Von den drei Longtracks sicherlich der schwächste. Denn mit „Hell On Earth“ lässt man mit langsam balladesken Start, den parallelen Gesangs-u. Gitarrenmelodien, sowie Breaks und schleppenderen Parts keinen Zweifel, daß man nach wie vor in der Lage ist, spannende Songs zu kreieren. Auch Dickinson’s Gesang lässt keine Spur nach und gerade bei diesem Abschlußtrack wird deutlich, daß er nach wie vor zu den allerbesten Metalsängern zählt.

 

 

Vielleicht ist es etwas gewagt, drei Songs mit insgesamt über 30 Minuten Länge ans Ende zu setzen. Aber, es sind halt Iron Maiden und die können das problemlos rüberbringen. „Senjutsu“ ist für mich das stärkste Album seit „Brave New World“ mit allen Trademarks, die man von der Band liebt und natürlich auch immer erwartet. Dies ist kein Alterswerk oder mehr schlecht als rechter Schnellschuß. Nein, dieses Album bringt Iron Maiden nach 6 Jahren wieder dahin, wo die Band hingehört. An die Spitze. 



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Kommentare: 1
  • #1

    De Arno Paul (Dienstag, 31 August 2021 12:18)

    Bin ich gespannt…

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