IRON ANGEL - Emerald Eyes

Tracklist:

  • Sacred Slaughter
  • Descend
  • Sands of Time
  • Demons
  • What We're Living For
  • Emerald Eyes
  • Fiery Winds of Death
  • Sacrificed
  • Bridges Are Burning
  • Heaven in Red
  • Dark Sorcery

Info:

VÖ:  02.10.2020

Label:  Mighty Music


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10



In der Geschichte des deutschen Thrash Metals gehören unbedingt auch die Hamburger Iron Angel gennant, die 1985 mit „Hellish Crossfire“ ein absolutes Szenehighlight veröffentlicht haben, das jeder Thrasher eigentlich kennen sollte. Auch den Nachfolger „Winds Of War“ kennt vielleicht der ein oder andere. Danach wurd's aber still um die Truppe. Bis zum Jahr 2018, als man mit dem dritten Album „Hellbound“ ein gutes Comeback feierte.

 

Von der Ur-Besetzung von damals ist nur noch Sänger Dirk Schröder übrig, dennoch bleibt dadurch natürlich die Verwendung des alten Bandnamens legitim. Und das neue, vierte Album „Emerald Eyes“ klingt auch immer noch nach Iron Angel, wenn auch in einer technisch versierteren, produktionstechnisch glänzenderen Form. Immer noch haben wir es mit schnellen Speed-/Thrash Songs zu tun, die nichts von ihrer Räudigkeit der 80er Jahre verloren haben. Der Opener „Sacred Slaughter“, das höllische „Demons“ oder „Heaven In Red“ sind allesamt auf derbem Level, halt mit moderneren Möglichkeiten gespickt.

 

Mit den beiden Gitarristen Nino Helfrich und Robert Altenbach haben Iron Angel ein top eingespieltes Duo in den Reihen, das neben typischen Thrash-Riff Kanonaden, immer wieder mit spielwitzigen Pointen das Gehörte auflockern. Da „flippern“ mal die Saiten, mal nimmt man einen eingängigen Rhythmus urplötzlich quer. Das lässt aufhorchen und macht die Songs umso interessanter.

 

Wie sich's für authentische Bands gehört, ist der Bass (Didy Mackel) immer präsent und legt mit den Drums (Maximilian Behr) ein meterdickes Fundament, auf dem sich Gitarren und Gesang austoben können. Das Songwriting wirkt souverän, Nummern wie „Sands Of Time“, „What We're Living For“ und der Titelsong sind durchaus auch mal mit feinen Melodien bestückt. Diese wechseln sich mit reinen, rasanten Thrash Knallern der Marke „Fiery Winds Of Death“ oder „Sacrified“ ab.

 

Zudem kann ich sagen, daß mich der Gesang von Dirk Schröder im Vergleich zu früher mehr überzeugt. Typische Thrash Rauhheit paart sich in seiner Stimme mit Rock'n Rolf Timbre und melodischen Abgängen im Nachklang. Sehr starke Leistung, der Herr. Klar, Iron Angel sind anno 2020 viel spielkompetenter und zielsicherer unterwegs als 1985, was natürlich zu Lasten der frühzeitlichen Spontanität und Unbekümmertheit geht. Trotzdem ist immer noch der räudige Charme von einst erkennbar und wenn man die Vergangenheit außer acht lässt, darf man „Emerald Eyes“ als sehr gutes Speed-/Thrash Album mit melodischen Einschüben bezeichnen.



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