IMPERIUM DEKADENZ - When We Are Forgotten

Tracklist:

 

  • When We Are Forgotten
  • Bis Ich Bin
  • My Solace I (Choirs Of Solitude)
  • Trauma
  • A Cave Called Wisdom
  • Transcendence
  • Seance
  • Absenz Elysium
  • My Solace II (Path Of Perception)
  • Reverie
  • Frozen In Time

Info:

VÖ:  30.08.2019

Label: Napalm Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10



Der Schwarzwald scheint wie gemacht zu sein für deutsche Black Metal Bands. Letzthin haben Finsterforst ihr neues Werk veröffentlicht (Rezension auch hier bei uns) und nun hebt das Duo Imperium Dekadenz ihr mittlerweile sechstes Album „When We Are Forgotten“ aus der Taufe.

 

Musikalisch teilt man sich das Schaffen auf. Während Horaz neben dem Gesang noch für diverse Keyboards und Gitarren zuständig ist, übernimmt Vespasian neben Bass und Drums ebenfalls Gitarren und Keys. Live werden die beiden von diversen Musikern ergänzt.

 

Grob kann man die Musik von Imperium Dekandenz mit melodischem oder auch Post Black Metal umschreiben, die Band verarbeitet aber noch weit aus mehr Einflüsse in den 11 neuen, teils in deutscher Sprache gehaltenen Songs. Natürlich liegt beim Titelsong und Opener „When We Are Forgotten“ aufgrund des fiesen Keifgesangs der Hang zum Black Metal nahe. Allerdings erzeugen treibende Drums eine enorme Intensität und die Band schaltet auch mal einen Gang runter. Reine Black Metal Kultur erlebt man dann bei „Bis Ich Bin“, das zwar schleppend beginnt aber alsbald in rasendes Geschepper ausartet.

 

Ganz anders gestaltet sich „My Solace I (Choirs Of Solitude)“. Der Song baut sehr langsam auf mit Gitarre und Drums, bietet reichlich spannende Gitarrenläufe in Folge und überrascht mit gutklassigem Klargesang, mit Hang zur reinen Erzählweise. Die vielen atmosphärischen Melodien auf dem Album werden dem knallharten Black Metaller sicherlich ab und an sauer aufstoßen, für den aufgeschlossenen Hörer bieten Imperium Dekadenz dagegen eine enorme Tiefe und abwechslungsreiche Kost.

 

So könnte man beispielsweise „Transcendence“ als melodisch straighte Rocknummer mit Keifgesang bezeichnen. Oder die beiden himmlisch und mystisch anmutendenen Zwischenspiele („Trauma“, „Reverie“) als großartige Überleitungen festhalten. Dennoch bleibt noch Einiges an atmosphärischen Black Metal Kanten übrig. „My Solace II (Path of Perception)“ beispielsweise beginnt zwar langsam und melodisch, wird aber immer dramatischer und wuchtiger und verfolgt typsiche Black Metal Trademarks.

 

Beim Abschlußtrack „Frozen In Time“ fügen Imperium Dekadenz dann noch eine gehörige Prise Doom hinzu, glänzen mit einem unglaublich heavy klingenden Riff und mitunter tragisch wirkenden Momenten. Man lässt ein Break mit Flüstervocals folgen, die Akustik-Gitarre kreisen und den Songs zum Ende hin flotter ausklingen.

Imperium Dekadenz ist mit „When We Are Forgotten“ wieder ein sehr interessantes, spannendes Album gelungen, welches trotz Black Metal Basis mit vielen Einflüssen überzeugt und die Genregrenzen gekonnt überschreitet. Das wirkt nicht aufgesetzt, sondern in sich stimmig und dürfte nahezu jede Fanschicht (die allerdings mit harschem Keifgesang klarkommt) ansprechen.

 

Da man jetzt erstmals ein richtig großes Label im Rücken hat (Napalm Records), muß man nicht unbedingt ein Prophet sein, wenn man behauptet, daß die Band ein paar gehörige Stufen auf der Erfolgsleiter emporsteigen wird. Das Potenzial ist mehr als vorhanden.



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