HELLOWEEN - Helloween

Tracklist:

  • Out For The Glory
  • Fear Of The Fallen
  • Best Time
  • Mass Pollution
  • Angels
  • Rise Without Chains
  • Indestructible
  • Robot King
  • Cyanide
  • Down In The Dumps
  • Orbit
  • Skyfall
  • Golden Times (Bonus)
  • Save My Hide (Bonus)

Info:

VÖ:  18.06.2021

Label:  Nuclear Blast


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8 / 10



Schon seit langer Zeit angekündigt und reichlich gehypt erscheint es nun also, das Helloween Album mit allen drei Sängern der Historie und den bekannten Musikern. Man nennt das Album schlicht und einfach „Helloween“ und es erscheint eben unter dem Bandbanner und nicht etwa Pumpkins United oder so. Irgendwie hatte sich so etwas ja abgezeichnet, nach der Tour vor einigen Jahren und daß man mit solch einer Besetzung Aufsehen erregt und vermutlich auch ein klein bisschen was verdient, steht wohl ebenso außer Frage.

 

Sei's drum...die Fans lechzen danach und richtig Schlechtes kann ja bei diesen gestandenen Leuten kaum herauskommen. Zudem waren die letzten Helloween Alben, allen voran „My God-Given Right“ eher auf dem absteigenden Ast. Ein Schelm, wer nun bei „Helloween“ an etwaiges Kalkül denkt. Der Rahmen mit Albumartwork, Produzententeams etc. wurde groß angelegt, so daß ein denkwürdiges Album nachhaltig in Erinnerung bleiben sollte. Doch wie ist denn nun das Wichtigste, die Musik auf dem Album ? Nun ja, im Großen und Ganzen so, wie man es erwarten konnte.

 

So ist der Opener „Out For The Glory“ gleich mal dem Herrn Kiske wie auf den Leib geschnitten. Daß der Mann immer noch stark singen kann, hat er nicht zuletzt bei Pumpkins United und Unisonic verdeutlicht, und vieles klingt eher nach dem zweiter Keeper-Album als nach dem ersten. Typische fröhliche Tralala-Refrains, die diesen „Eagles Fly Free“-Charme versprühen werden den Fans sofort vertraut vorkommen. Von solchen Songs befinden sich einige auf „Helloween“. Wie beispielsweise das zum Hit konstruierte, sehr mitsingbare „Best Time“, das mit sehr hohen Kiske Vocals auftrumpfende und flotte „Robot King“ oder das als Bonus Track ausgewiesene „Golden Times“.

 

Man hat den Eindruck, immer wenn Andi Deris zum Zug kommt, werden die Songs automatisch härter. Zwar nicht unbedingt beim bereits vorab ausgekoppelten „Fear Of The Fallen“, das trotz schnellen Gitarrenläufen mit einem ziemlich poppigen Refrain rüberkommt. Aber bei „Indestructible“ beispielsweise, einem typischen Second-Era Helloween Smasher, der auch auf „Better Than Raw“ hätte stehen können. Auch „Cyanide“ operiert nach melodischem Beginn metallischer und härter.

 

Ein richtige Rückbesinnung auf „Wall Of Jericho“-Zeiten und somit Kai Hansen Leadgesang findet sich auf „Helloween“ kaum. Vielleicht am ehesten noch bei „Mass Pollution“, das nach Bass-Intro mit Priest-Riffs und rauhem Shoutgesang aufhorchen lässt. Ein sehr gutes Gitarrensolo und untergemischter Applaus sind weitere Randnotizen eines der besten Songs des Albums.

 

Auf den Höhepunkt steuert ein kurzes, spaciges Intermezzo („Orbit“) zu. Welches auf den Longtrack „Skyfall“ mit über 12 Minuten Länge überleitet. Der Song beinhaltet mit seinen Galopp-Rhythmen ein klein wenig Maiden-Feeling und versucht mit vielen Breaks und stilistischen Happen wie ruhigen Gitarrenelegien und symphonisch unterlegten Passagen ein bisschen die Historie eines „Halloween“ aufleben zu lassen. Glückt meiner Ansicht nach nicht wirklich. Trotzdem ist die Nummer ein Statement, daß dieses Album und seine Relevanz durchaus ausdrückt.

 

Auch wenn die Bandmitglieder immer wieder stark betonen, wie super die Zusammenarbeit geklappt hat und daß der Spirit der Vergangenheit sofort wieder da war....man hat viele Songs schon kalkuliert geschrieben, um Vergangenes aufzupolieren. Helloween wissen genau, was sie den Fans im Jahr 2021 geben müssen um die nostalgischen Freudestränen strömen zu lassen. Da dies aber auf musikalisch allerhöchstem Niveau stattfindet, man höre sich nur die vielen genialen Gitarrenduelle an, kann man Helloween zu diesem Album nur gratulieren.

 

Wie sich die Band zukünftig weiterentwickelt, bleibt abzuwarten. Diese Album war das, welches kommen musste. Meine gewagte Prognose: Kiske bleibt zukünftig drin, Deris und Hansen zukünftig draußen. Muß nicht so kommen, wäre aber nachzuvollziehen. Dennoch sind wir im Hier und Jetzt und da haben Helloween ein Album spendiert, das sie genau so wollten.  



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