GSINDL - Gsindlsuperdinger

Tracklist:

  • Hammergeil
  • Scheiss da nix
  • Endlich Freidog
  • Hards Liacht
  • Irgendwo
  • Wos hod er, wos I ned hob ?
  • Ziag dir den Beat nei
  • Annemarie
  • Mittelmaß
  • Des gibt doch koan Sinn
  • Zum Glück steigt heid a Fest
  • Du bist raus

Info:

VÖ:  19.02.2021

Label: Donnerwetter Musik

Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  7/ 10



Zuerst dachte ich: „Aha, jetzt bekomme ich sogar Kinderhörspiele zum Rezensieren geschickt“...zumindest als ich oberflächlich das Albumcover anschaute. Doch den Promozettel zur Hand genommen, konnte erleichtert festgestellt werden...nein, mitnichten ! Gsindl heißt die Band und feiert just ihr 25-jähriges Bandjubiläum, welches bis dato 6 Alben herausgebracht hat. Dies bedeutet, daß „Gsindlsuperdinger“ das siebte Werk der Bayern ist. Oder das achte. Ganz so einig ist man sich da nicht, denn mancher möchte eine Live-CD dazuzählen, mancher nicht. Egal, neue Songs gibt’s zu hören. Bis auf „Zum Glück steigt heid a Fest“, was eine Neuveröffentlichung eines Bandklassikers darstellt.

 

Nun, wo ist aber der Bezug zu einem Rockmagazin ? Zum einen wird es einem klar, wenn man berücksichtigt, das Jan Vacik und sein Dreamsound Studio für den Klang des Albums zuständig ist. Der Mann, der auch mit Serious Black oder Serenity schon gearbeitet hat. Zum anderen erklärt es sich spätestens, wenn man das Album auflegt. Denn es sind wohl gleich zwei Gitarristen am Start (Thomas Reichl, Tim Hölter), was dem Gsindl die rockige Note verleiht. Eins aber vorweg, mir als Franken fällt es schon schwer, die Lyrics in bayrischer Mundart zu verstehen. Bis auf die Refrains fällt es einem Nicht-Bajuwaren wahrscheinlich schwer, den verbundenen Witz und die teilweise Tiefgründigkeit der Texte ohne Booklet zu erfassen.

 

Musikalisch sind Gsindl munter unterwegs. Irgendwo klingt die Band nach einer härteren Variante der Spider Murphy Gang oder auch diverser Fun Punk Kapellen wie den Ärzten. Der Opener „Hammergeil“ ist dann auch ein wahrer Party-Smasher, den man so schnell nicht aus dem Ohr kriegt. Zumindest den Refrain „du bist ned nur nice, du bist der heißeste Scheiß. Du hast den Style – Hammergeil !“...nun ja, jawoll. Ähnlich verhält es sich so mit „Endlich Freidog“, einer weiteren Stimmungskanone. Schule/Arbeit ist aus, raus und abfeiern. Der Refrain erinnert ein klein wenig an die Toten Hosen.

 

Es gibt aber auch Songs, die mitunter zum Nachdenken anregen sollen wie das gemächlichere „Wos hod er, wos I ned hob ?“ oder „Mittelmaß“. Aber auch zum Lachen wie „Scheiß da nix“. Zwischenmenschliches und daraus resultierend etwas zärtlicheres Liedgut präsentieren Gsindl mit „Hards Liacht“ und „Irgendwo“, ohne sich aber in Schmalz und Herz-Schmerz zu verlieren. Es bleibt immer in der Basis rockig, auch wenn man manchmal nur bayrische Dörfer versteht.

 

Gsindl machen Musik, die einen noch sehnsüchtiger auf das Ende dieser unsäglichen Pandemie warten lässt. Denn wer möchte nicht endlich mal wieder zu Songs a'la „Ziag dir den Beat nei“ abfeiern. Nur party-resistente Leute werden sich von diesen Bayern nicht angesprochen fühlen.

 

Zum Abschluß gibt es mit „Du bist raus“ im Prinzip keinen Song, sondern nur 10-minütiges Rumgekaspere und humorvolles Miteinander. Ob man das gebraucht hätte...nun ja. Auf jeden Fall zeigt es hervorragend, daß sich Gsindl nicht gerade selbst ernst nehmen. Da zeigt aber auch schon der Superwolpertinger mit dem gegrillten Händl auf dem Kopf im Artwork. Ein netter Spaß diese Band, die es musikalisch durchaus drauf hat.  



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Kommentare: 1
  • #1

    Pack (Sonntag, 21 Februar 2021 19:05)

    Nichtsverstandenabertrotzdemuthörbar.