CRYSTAL VIPER - The Cult

Tracklist:

  • Providence
  • The Cult
  • Whispers From Beyond
  • Down In The Crypt
  • Sleeping Giants
  • Forgotten Land
  • Asenath Waite
  • The Calling
  • Flaring Madness
  • Lost In The Dark
  • Trial By Fire (LP Bonus Track)
  • Welcome Home (CD Bonus Track)

 


Info:

VÖ:  29.01.2021

Label:  Listenable Records


Video:

Bewertung:

 

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  8,5 / 10



Nächster Anlauf der Polen Crystal Viper um Frontröhre Marta Gabriel, mit einem neuen Album die Spitze des tradtionellen Heavy Metals zu erklimmen. Album Nummer acht steht in den Startlöchern, nennt sich „The Cult“ und hat lyrisch Themen von H.P. Lovecraft zum Inhalt. Hat man sich mit den letzten Alben mehr in die melodische Ecke des Heavy Metals gewagt, so kehren Crystal Viper mit „The Cult“ wieder zurück in die von US Metal beeinflusste Musikwelt traditionellen Stahls.

 

Neu an Bord bei bei den Polen ist Drummer Cederick Forsberg, ansonsten ist beim LineUp alles beim alten geblieben. „The Cult“ startet mit einem verspielten und symphonischen Intro („Providence“), was erst ein Fortführen der jüngsten melodischen Vergangenheit vermuten lässt. Doch bereits der Opener und Titelsong wiederlegt dies. Flotte Riffs der beiden Gitarristen Andy Wave und Eric Juris, sowie die grandiose Powerstimme von Marta Gabriel schieben den Song in Richtung kräftigen Power Metals meets Iron Maiden. Ich will ja nicht unken, aber Marta klingt so wie unsere Doro Pesch schon immer gerne klingen möchte, es aber nicht wirklich hinbekommt. Sehr stark, was diese Dame hier ihren Stimmbändern entlockt. Eine unmittelbare Kampfansage an all diese verzichtbaren Trällerelsen, die sich mittlerweile in der Rockszene niedergelassen haben.

 

Die Songs auf „The Cult“ kann man an einigen Stellen durchaus als episch bezeichnen. „Whispers From Beyond“ beispielsweise glänzt zuerst mit schleppendem Riff, groovt dann wie Sau und Marta lässt zu guter letzt noch amtlich hohe Screams vom Stapel. Neu-Drummer Cederick setzt oft auf wuchtiges Spiel, was den Songs zusätzlich Druck verleiht. Das sich Crystal Viper im Bereich Songs zu schreiben immer weiterentwickeln, zeigt sich bei „Sleeping Giants“ und „Flaring Madness“, die beide mit schunkeligen Rhythmen, mehrstimmigem Gesang und diversen Oh-oh-oh-Chören für leicht folkige Stimmng sorgen. Auch ein Sound, der gut zu Crystal Viper passt.

Dennoch liegt vieles im Bereich des flotten (Power)Heavy Metals mit US Einschlag. Man höre nur das schnelle, straighte „Down In The Crypt“ mit wirbeligen Gitarrenläufen. Oder das groovige, schnelle Twin Leads Geschoss „Lost In The Dark“. Alles Songs, welche Crystal Viper nun endgültig in den oberen Regionen des klassisch traditionellen Metals etablieren sollten.

 

Mit dem Satan-Cover „Trial By Fire“ als LP-Bonus und King Diamond's „Welcome Home“ als CD-Bonus hat man sich zwei feine Stücke ausgesucht. Überraschenderweise funktioniert auch letzterer mit Marta's Stimme hervorragend. Als wäre es vom King himself interpretiert worden. Und Andy LaRoque hat dazu sogar noch die Klampfe übernommen. Stark.

 

Leider wird die anstehende Tour mit Raven und Wolf sicherlich ausfallen müssen. Doch ansonsten scheint keine Pandemie der Welt Crystal Viper stoppen zu können, wenn man sich „The Cult“ anhört. Die Jungs und das Mädel gehören einfach in den Bereich kraftvollen Metals und es ist definitiv gut, daß man übermelodische Dinge beim neuen Album wieder über Bord geworfen hat. Ein echtes Highlight des noch frühen Musik-Jahres.




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