CALLEJON - Metropolis

Tracklist:

  • Metropolis
  • Gottficker
  • Blut
  • Die Krähe mit dem Schädelbruch
  • Fürchtet euch!
  • Die Fabrik
  • Der Wald
  • Herr der Fliegen
  • Misraim
  • Katakomben
  • Dies Irae
  • Gestade der Vergessenheit

Info:

VÖ:  28.08.2020

Label: Warner Music


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8,5 / 10



Die Düsseldorfer Callejon waren und sind schon immer eine etwas andere Metalcore-Band gewesen. Nicht nur alleine deswegen, daß die Truppe ihre Songs ausnahmslos in deutscher Sprache interpretiert. Nein, auch die Verschmelzung von harschen Metalcore-Ausbrüchen mit punktuell genauestens gesetzten Melodiebögen auf Basis ungeheurer Wucht und Dynamik sprechen seit der Gründung 2002 für sich.

 

Ihr wohl bisher ambitioniertestes Werk erscheint dieser Tage mit Namen „Metropolis“. Nachdem das Coveralbum „Hartgeld im Club“ im letzten Jahr eine hohe Chartplatzierung nach sich zog, könnte das durchaus auch mit dem neuen Album passieren. Denn wie schreibt die Plattenfirma so schön: „Callejon liefern den metallisch-kompromisslosen, wahnwitzigen Soundtrack zu ihrer eigenen düster-comichaften Schauerwelt“. Damit wäre schon vieles gesagt, aber nun zu den Einzelheiten.

 

Inspiriert von Fritz Lang's Kultfilm legen Callejon gleich mit dem Titelsong „Metropolis“ los. Ein Kirchenintro und ein spannend dramatischer Aufbau führen ins Geschehen ein. Starker Sound, wuchtige Drums...die brachialen Stilmittel der Düsseldorfer werden sofort deutlich. Zwar wechselt man wie bei anderen Metalcore-Acts auch den harschen Brüllgesang von BastiBasti mit cleanen Passagen zwischendurch ab, dies wird aber dermaßen songdienlich rübergebracht, daß es absolut passt.

 

Das folgende „Gottficker“ (ich höre schon einen weitreichenden Aufschrei durch die Lande ziehen !) überrascht mit Trompetenklängen zu Beginn und Ende. Zwischendrin entpuppt sich das Ganze zu einer straighten Core-Nummer. Mehr Groove enthält „Blut“, das mit angsterfüllten Spoken Words startet. Die harschen Screams von BastiBasti beherbergen eine fulminante Räudigkeit.

 

Mehr weg vom Metalcore, hin zum straighten Heavy Metal bewegt sich danach „Die Krähe mit dem Schädelbruch“. Die Gitarristen Bernhard Horn und Christoph Koterzina zupfen mal lässig die Saiten, riffen sich dann straight durch den Song. Atmosphärische Klänge mit cleanem Gesang suggerieren den cineastischen Anspruch des Albumkonzepts.

 

Auch in den folgenden Songs kommt keine Langeweile auf. Immer wieder lassen sich Callejon was einfallen, um die Spannung hochzuhalten. Da gibt’s beispielsweise recht krude, bizarr mechanische Klänge mit hysterischem Gesang im thrashigen „Die Fabrik“ zu hören. Auch ein kurzes Orgel-Intermezzo („Misraim“) wird integriert. Und auch die Emo-Schiene wird mal zitiert („Der Wald“).

 

Alles immer mit unheimlich viel Wucht und drückender Soundwand gespielt. Schweißtreibend von vorne bis hinten.

Mit Twin Riffs und Drums startet die letzte, straighte Metalcore-Abfahrt „Gestade der Vergessenheit“, mittels Break lockert ein melodischer Part mit feinem Gesang auf, bevor eine etwas längere Abschlußansprache das Album beschließt.

 

„Metropolis“ dürfte Callejon dann nochmals eine Stufe weiterbringen. Das ausgereifte, sehr ambtionierte Album liefert die besten Metalcore-Trademarks und verbindet sie mit völlig eigenen Strukturen. Klar, die deutschen Lyrics fallen immer auf, aber auch die Musik ist außergewöhnlich homogen und auf wuchtiger Basis ein volles Brett. Fettes Teil !!



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Kommentare: 1
  • #1

    Kalle (Sonntag, 30 August 2020 17:36)

    Ja, fettes Teil!!!!