BENTHOS - II

 

Tracklist:

 

  • Cartesio 
  • Back And Forth
  • Talk To Me, Dragonfly!
  • Facing The Deep 
  • Debris / Essence
  • II
  • Dissolving Flowers

Info:

VÖ:  23.04.2021

Label: Eclipse Records


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  6 / 10

 



Die italienische Progmetal Band Benthos hat gerade ihr Debutalbum veröffentlicht, mit dem Titel...nun ja...“II“. Komisch, aber ist so. Trotz mehrmaliger Einfuhr dieses Drehers mag sich bei mir aber noch nicht so richtige Jubelstimmung einstellen. Zwar ist der moderne, an Bands wie Between The Buried And Me erinnernde Progmetal allseits kompetent gezockt, aber die richtige Tiefe der einzelnen Songs erschließt sich mir nicht.

 

Dabei sind die sieben Songs von „II“ noch nicht mal übermäßig lang, wie man es bei solchen Bands zumindest partiell erwartet. Irgendwo zwichen 4 – 6 Minuten liegend kommen diese recht flott ins Ziel. Dennoch lässt sich meist kein roter Faden erkennen. Wenn beispielsweise beim Opener „Cartesio“ auf einmal wunderschöne Mandolinen-Klänge ertönen, wird man im nächsten Moment von zerrissenen, harten Bass-u. Gitarrenrhythmen aus der Wohlfühloase gerissen. Sänger Gabriele Landillo singt meistens clean ohne markantes Alleinstellungsmerkmal. Ab und an erfolgt aber auch mitten in den Songs kurzes Growlen, was ganz leichte Matcore Spuren hinterlässt.

 

Einzelne Parts der Stücke wie bei „Facing The Deep“, „Debris /Essence“ oder „Dissolving Flower“ gehen geschmeidig und mit brauchbaren Melodien ins Ohr, andere Parts legen mehr Wert auf selbständiges Musizieren der einzelnen Instrumente, als auf homogenes Zusammenspiel. Fast könnte man meinen, jeder spielt ziellos seine Themen, unpassend zu den Kollegen. Diesen mitunter etwas jazzigen Charakter werden einige jetzt wieder als hochanspruchsvoll zitieren. Für mich fehlt es hier eindeutig an Plausibilität.

 

Mit „Talk To Me, Dragonfly!“ schießen Benthos dahingehend den Vogel ab und lassen wenig Töne auf den anderen. Dennoch sind die mit vielen Breaks durchsetzten Tracks nicht uninteressant. Denn die melodischen, einfühlsamen Klänge, welche die Italiener immer wieder einschieben, zeugen von musikalischem Verständnis und beruhigen die Seele. Solche Passagen hätte ich mir halt in längeren Abschnitten gewünscht.

 

Egal...“II“ ist für Fans vertrackten, gegenläufig gespielten Progmetals mit leichten Mathcore Anleihen ein gefundenes Fressen. Freunde leicht nachvollziehbarer Songs tun sich hier eher schwer. Gute Musiker sind die Italiener allemal, so daß man ihnen etwaige Kernkompetenzen nicht absprechen kann. Richtig überzeugend wirkt das Album aber nicht.  



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