AXEL RUDI PELL - Knights Call

 

Tracklist:

 

  • The Medieval Overture
  • The Wild And The Young
  • Wildest Dreams
  • Long Live Rock
  • The Crusaders Of Doom
  • Truth And Lies
  • Beyond The Light
  • Slaves On The Run
  • Follow The Sun
  • Tower Of Babylon

Info:

VÖ: 23.03.2018

Label:  SPV / Steamhammer


Video:

Bewertung:

Autor:  MC Lucius

Bewertung:  8,5 / 10



Axel Rudi Pell ist zurück. Und es nimmt nicht weiter Wunder, dass Pell 100% nach Pell klingt. Will sagen: Überraschungen bleiben aus. "Knights Call" sortiert sich im Pell'schen Kosmos nahtlos ein. Wo Axel Rudi Pell draufsteht, ist auch Axel Rudi Pell drin. Das, wenn ich richtig mitgezählt habe, 18. Studio Album des Wattenscheider Gitarren Gottes, neben inzwischen fünf "The Ballads" Zusammenstellungen sowie diversen Best of und Live Scheiben, offenbart dem geübten Pell Hörer nichts wirklich Neues, aber - und das nehme ich schon einmal vorweg - es reiht sich ein in die Meilensteine des Blackmore Verehrers, wie "Oceans Of Time" (1998) und "Tales Of The Crown" (2008).

 

Punktabzug gibt es für das diesmal nicht so aussagekräftige Intro "The Medieval Overture", bei dem man dauernd darauf wartet, dass etwas passiert. Was dann aber doch nicht der Fall ist. Die folgenden Tracks, allesamt im Up Tempo Bereich, entschädigen allerdings dafür und eine Aussage wie "Long Live Rock", mit einem für ARP eher ungewöhnlichen Männer Chor, sind natürlich Balsam für des Rocker's Seele. Die erste Großtat folgt mit den Kreuzrittern des Unheils "The Crusaders Of Doom". Hier hat es der Fan mit einer dieser typischen, epischen XXL Tracks zu tun, in denen die Formation regelmäßig zur Höchstform aufläuft.

 

Und diese erreicht man auch mit dem Instrumental "Truth And Lies". Gleich zu Beginn umreißen Tieftöner Volker Krawzcak und Schlagzeuger Bobby Rondinelli, für den es mittlerweile auch bereits das dritte reguläre Axel Rudi Pell Album ist, das Grundthema. Ferdy Doernberg bringt seine Keyboard Kaskaden sehr prominent an und befeuert damit die Sechs Saiten Hexerei seines Bandleaders. Ein klasse Stück, welches eindrucksvoll zeigt, wie Musik auch ohne eine überragende Gesangsleistung, die der New Yorker Johnny Gioeli auch auf diesem Album wieder abruft, funktioniert.

 

Fast schon esotherisch mutet der Inhalt des folgenden "Beyond The Light" an, wenn eben jener Gioeli im Refrain fragt, ob es denn ein Licht hinter dem Licht gäbe. Natürlich kommt dieser Longtrack wieder mit gebremstem Schaum daher, was aber perfekt zum Thema passt. Klasse auch das sparsam dosierte Piano von Ferdy Doernberg, welches der Power Ballade einen "Hallelujah" Touch verleiht.

 

Als Trademarks des Pell'schen Sounds gelten sicher Johnny Gioeli's markante Stimme und die Salven die der Meister seiner Gitarre entlockt. Beides findet sich auch in den zwei Brettern "Slaves On The Run" und "Follow The Sun", die das nötige Live Potenzial haben, um dem Publikum zu Beginn einer Show den Allerwertesten aufzureißen. Handelsüblich endet die neue ARP Scheibe mit einem handfesten Longtrack, der diesmal, dem Thema angemessen, mit nahöstlichen Reminiszenzen aufwartet. Die geballte Power der Pell'schen Wall of Sound lässt den Turm zu Babylon in seinen Grundfesten erzittern. Sich an die 10 Minuten Marke herantastend, zeigt sich hier einmal mehr, warum Axel Rudi Pell in einem Interview einmal sagte, dass es Lieder gibt, die einfach nicht in dreieinhalb Minuten abzuhandeln sind. Beinahe der gesamte Back Katalog des blonden Westfalen und seiner Mitstreiter untermauert diese These auf beeindruckende Art und Weise. Der "Tower Of Babylon" macht da keine Ausnahme.

 

Was also bleibt am Ende nach ca. 58 Minuten? Ganz einfach. Wie bereits eingangs erwähnt, erreicht Axel Rudi Pell mit "Knights Call" jene Sphären, die auch schon seine Meisterwerke vor zehn und vor zwanzig Jahren hell am Hard Rock Firmament erstrahlen ließen. Ihr kennt ARP Alben zur Genüge und seid der Ansicht, dann könnt ihr euch "Knights Call" ja schenken? Falsch gedacht. Für dieses Opus spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus.



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