ALLY THE FIDDLE - Up

Tracklist:

  • Sisyphos
  • Aphotic Zone
  • The Bass Thing
  • The Path
  • Tree
  • Try to stop me
  • Living in a Bubble
  • Entering Stratosphere
  • Center Su(o)n
  • Surfing with the Alien (Bonustrack)

Info:

VÖ:  14.09.2018

Label:  Gentle Art Of Music

Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  7 / 10



Der Name der Band, Ally The Fiddle, klingt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Auf den zweiten Blick macht's aber irgendwie Sinn, denn hierbei handelt es sich in erster Linie um das Soloprojekt der Subway To Sally und Schandmaul Violinistin Ally Storch. Prinzipiell wird der Stil dieses Projekts mit Progmetal umschrieben, der anstatt fetter Gitarren mit allerlei Streichinstrument-Fulminanz von Ally aufwartet. Progressive Violin Metal hat man sogleich ein neues Subgenre benannt.

 

Ally The Fiddle ist aber nicht neu. Das neue Album „Up“ ist bereits das zweite dieser Dame und diverse EP's bzw. Singles gab's vorher auch schon. Jetzt ist man aber beim feinen Label Gentle Art Of Music gelandet und wie es bei Projekt-Alben dieser Plattenfirma üblich ist, leisten die Chefs Kalle Wallner und Yogi Lang neben vieler anderer Gastmusiker ihre Beiträge zum Gelingen ab.

 

Die Musik von Ally The Fiddle ist allerdings ziemlich gewöhnungsbedürftig und nicht unbedingt als immer zugänglich zu beschreiben. Das zeigt bereits der Opener „Sisyphos“. Saiteninstrument-Overflow trifft auf reichlich vertrackte Sounds, jazzige Rhythmen und zerfahrenen Gesang. Ja, der Gesang von Ally ist nicht besonders ausdrucksstark und ein kleiner Schwachpunkt des Albums. Aber das fällt bei den kommenden drei Nummern nicht ins Gewicht, allesamt instrumentaler Art.

 

Bei „Apothic Zone“ zeigt Ally ihre ruhigere, harmonischer Seite. Es beginnt verhalten, integriert eine elegische Fiddle und glänzt mit einem melodischen Gitarrenpart. Für die immer vorzüglich gespielten Gitarrenthemen hat sich Ally die Gitarristen Robert Klawonn und Eric Langbecker geholt. „The Bass Thing“ ist dem Titel entsprechen recht bass-lastig. Nach atmosphärisch spacigem Beginn baut sich die Nummer langsam auf, bietet zum einen „zirpende“ Saitenklänge, sowie einen erneuten elegischen Part mit traurig romantischer Fiddle.

 

„The Path“ startet drumintensiv. Hierbei gibt sich Marco Minnemann (Steven Wilson, The Aristocrats) die Ehre. Da brennt natürlich nichts an, auch wenn Ally hier etwas verspielt wirkt und ihre Fiddle wirbeln lässt. Bisschen Folkpunk-Flair macht sich breit. Bei „Tree“ wird wieder Gesang hinzugefügt. Ruhig romantisch mit melancholischer Stimme wird der Song schnell härter mit fetten Progmetal Gitarrenriffs. Sebastian Baur und Knorkator's Alf Ator leisten hier Gastgesänge ab.

 

Jen Majura (Evanesence) sorgt danach bei „Try To Stop Me“ für harte Anschläge. Teilweise klingt's etwas verspielt aufdringlich, teils zerfahren. Mittels Breaks fährt man aber auch mal die Härte herunter. „Living In A Bubble“ entpuppt sich im Anschluß als eingängigstes Stück des Albums mit mehrstimmigem, weiblichen Gesang und straighten, harten Gitarrenrhythmen. Zeit für balladeskere Töne mit „Entering Stratosphere“. Akustikgitarre und wiederum elegische Fiddleklänge laden zum verspielten Träumen ein. Aus diesem Träumen wird man beim Abschlußtrack „Center Su(o)n“ aber gleich wieder gerissen, wenn Ally The Fiddle mit ähnlich zerfahrenem Gesang und verstörenden Gitarrensounds wie beim Album-Opener aufwarten. Zwischendurch wird der Gesang gar gospel-artig im Verbund mit metallischen Gitarrenläufen. Im Anschluß erinnert der Song gesanglich ein wenig an Yes, bevor man mit einem Chor das Ganze versöhnlich ausklingen lässt.

 

Ally Storch ist mit Ally The Fiddle für Fans ihrer Hauptbands nur bedingt empfehlenswert, denn die Songs sind meist zu sperrig und nicht eingängig genug, um den Mittelalter-Folk Supportern ihre Met-Gläser zu füllen. Der Freund, der interessiert an die Sache herangeht, um zu erfahren, wie Progrock-(metal) mit Streichinstrumenten funktioniert, erlebt eine Achterbahnfahrt der Gefühle von zerfahren /zerrissen bis melancholisch/melodisch. Nichts für den Genuss zwischendurch. Die Songs von „Up“ muß man sich erarbeiten. Ob das für einen dann zur Wohlfühl-Oase wird, bleibt jedem selbst überlassen. Interessante Angelegenheit sind Ally The Fiddle sicherlich.  



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