Interview mit Marco Kern von



Kerbi:  "Something Black" ist jetzt bereits ein paar Monate raus.  Bisher konnte ich nur positive Reaktion über das Album entdecken. Und auch bei uns seid Ihr ja ganz gut weggekommen. Ihr müsstet im Augenblick rundum glücklich sein, oder ?

 

Marco:  Servus, ja bei den Leuten kam es bis jetzt sehr gut an wie du schon sagtest, nur positive Reaktionen. Aber Andy LaRocque unser Co Produzent sagte es uns schon voraus: "Unser bestes Album" bis jetzt. Sind schon wieder dabei an einem neuen Projekt für den Buchautor Swen Harder einen Soundtrack zu schreiben. Lasst euch überraschen.  Wir sind immer glücklich, solange wir Musik machen dürfen, das Einzigste was fehlt, sind die Livekonzerte.

  

Kerbi:  Da legst Du mir quasi ja schon vorab die nächste Frage in den Mund....wie kommt man in Kontakt mit einem Andy LaRoque ?

 

Marco: Das ist eine coole Geschichte. Wir arbeiten mit Andy schon sehr lange zusammen, seit unseren Debüt Album "Dark and Cold". Damals gab es noch die Internetplattform "my Space"und Andy schrieb mir eine Mail auf myspace ob wir den Mix bei ihm machen wollen. Und seitdem ist so was wie eine Freundschaft entstanden. Er weiß einfach, wie wir zu klingen haben und das ist sehr sehr wichtig.

 

El Lobo: Wobei man sich bei Euch auf keinen direkten Stil festlegen kann. Aufgrund Deiner doch recht aggressiven Vocals liegt ein leichter Thrash Faktor über der Musik, andererseits strömt viel aus dem klassischen Heavy Metal mit ein. Wie würdet Ihr denn Eure Musik stilistisch bezeichnen ?

 

Marco:  Haha, dass wurde uns schon sehr oft gesagt, und das ist auch gut so. Wir werden niemals in irgendeine Schublade passen da wir vier kreative Köpfe sind und jeder trägt seinen Teil dazu bei wie GARAGEDAYS klingen soll.

Wir haben eine eigen Soundrichtung : Thrash 'N' Roll

Kerbi:  Und dabei ist es nicht von der Hand zu weisen, daß ihr auch musikalisch von Album zu Album homogener klingt. Ich vermute, das liegt auch daran, daß Ihr schon sehr lang im gleichen Line Up unterwegs seid. Wie lange kennt Ihr Euch denn schon und was ist Euer "Geheimnis" für diese Stabilität ?

 

Marco: Das stimmt auf alle Fälle. Wir spielen in dieser Besetzung jetzt schon seit über 10 Jahren zusammen, so manche Ehe schafft das nicht:) Du musst wissen, wir kommen alle vier aus der selben Gegend. Dominik und Rene habe sogar die gleiche Schulbank gedrückt. Ich war auch in der selben Schule nur ein paar Jahre früher.

Eine Band muss immer wie eine Familie sein. Da wird einfach gegenseitig ausgeholfen wo es nötig ist, nur so funktioniert es meiner Meinung nach.

Ausserdem musst du als Band mal eine richtige Tour gespielt haben. Sagen wir mal 3 Monate auf der Strasse unterwegs so wie wir es taten. Alles selber fahren, das Merch selber verkaufen und natürlich noch abrocken auf der Bühne, erst dann weiß man, ob man für einander geschaffen ist oder nicht. Und wir vier sind es definitiv.

 

El Lobo: Um "on the road" zu bleiben...Ihr habt 2015 eine Tour, ich glaube mit U.D.O., gespielt , welche mehr als 40 Gigs umfasste. Allem Anschein nach, habt ihr diese Mammut-Tour ja alle überlebt. Würdet Ihr solch eine Tour jederzeit wieder machen ?

 

Marco:  Gute Frage, hmmmmmm wenn ich mir noch mal alles durch den Kopf gehen lasse, dann würd' ich jetzt spontan sagen eher nein, zumindest würden wir einen Fahrer brauchen, der uns immer sicher ans Ziel bringt.

Wie du schon sagest, "überlebt", und das stimmt in wahrsten Sinne des Wortes. Ein kleines Beispiel: Man spielt eine Show in Spanien (Madrid) und am nächsten Tag soll man in Voralberg Soundcheck machen. 1300 km in 24 hours. Das heißt, es war Schichtbetrieb für uns:) Also extrem am Limit.

 

El Lobo:  Demnach habt ihr auch Euren Tourbus, mit dem Ihr damals unterwegs wart, nicht mehr ?

 

Marco:  Nein, wird Zeit für einen Nightliner.

 

El Lobo: Na ja, im Augenblick sind ja leider immer noch keine Konzerte/Touren in Aussicht. Plant Ihr hier bereits vorausschauend, oder wartet man ab, bis sich wieder die Möglichkeiten für Auftritte ergeben und versucht dann Euer Glück ?

 

Marco: Momentan ist es sicher schwierig, aber wir sind natürlich auch immer am schauen, wo man eventuell spielen könnte. 

 

Kerbi: Du hast eingangs erwähnt, daß Ihr für ein Projekt von Swen Harder an einem Soundtrack arbeitet. Kannst oder darfst Du darüber schon Näheres erwähnen und wie hat man sich das musikalisch vorzustellen ?

 

Marco: Wir steuern einen exklusiven Song für den Soundtrack des Spielbuchs "Metal Heroes and the Fate of Rock" von Swen Harder bei. Das ist ein interaktiver Roman, bei dem der Leser entscheidet, wie die Story verläuft. Jedem Buch liegt eine CD bei, mit Metal Songs, die dann auch ins Geschehen eingebunden sind. Wir, also die Band und Swen, sind schon seit Jahren in Kontakt und haben zum Kickstarter der englischen Edition nun unseren eigenen Song beitragen dürfen.

 

El Lobo: Damit kommen wir indirekt gleich zur nächsten Frage:  Wo habt Ihr "Something Black" aufgenommen und wurde dieser exklusive Track dort ebenfalls aufgenommen ?

 

Marco: Das ganze Album wurde in unserem eigenen Studio aufgenommen. Danach haben wir es nach Schweden geschickt für den Mix und das Mastering.  Der neue Song für Swen Harder wird ebenfalls in unserem Studio aufgenommen und dann wieder zu Andy LaRocque in sein Sonictrainstudio geschickt.

 

 

 

Kerbi: Gab's für diesen Song für Swen Harder eine spezielle Vorgabe, oder hat man es Euch überlassen, was Ihr daraus macht ?

 

Marco: Es liegt alles in unserer Hand. Wir haben alle Freiheiten. Wird ein sehr sehr geiler Song, das kann ich schon mal sagen.

 

Kerbi:  Kommen wir zurück zum aktuellen Album.  "Something Black" hat wie der ein ähnlich düsteres Albumartwork wie "Passion of Dirt". Generell scheint ihr dabei aber keinen spezielle Stil zu verfolgen, wenn man sich die bisherigen Alben anschaut.  Wie sucht Ihr Euch die Motive aus und wer setzt diese dann im Endeffekt um ?

 

Marco:  Also die Motive kommen alle aus dem Kopf. Für Something Black fragte ich eine Tiroler Tattowiererin, Simone Stocker (Skinart Tattoo   http://www.skinart-tattoo.com/ ) und ihr fiel eben zu "Something Black" ein schwarz blutendes Herz ein und somit hatten wir die Idee. Danach schrieb ich gleich eine Mail an Jobert Mello "Sledgehammer Graphix". Der hat schon für Sabaton, Primal Fear, etc. Covers gemacht. Und ja, man sieht was rausgekommen ist, was Geniales. Für das "Dark and Cold" Cover und das "Here it comes" war unser langjähriger Weggefährte Rene Kössler verantwortlich. Zudem macht er auch fast alle Bandfotos von uns und Musikvideos.

 

Kerbi:  "My Own Way" und auch "To My Soul" fallen auf "Something Black" ein wenig aus dem Rahmen, da Du hier auch mit Cleangesang arbeitest. Werden solche etwas gemächlicheren Songs bewusst integriert, oder ergibt sich das einfach aus dem Songwriting-Prozess ?  Und was ist für Dich einfacher, solche klaren Passagen zu singen, oder eben das typische Garagedays-Shouting ?

 

Marco: Ja sie werden bewusst integriert und ja sie entstehen einfach aus dem Songwriting heraus.

Wir als Band wollen uns ja auch weiterentwickeln. Zudem finde ich, das heutzutage viel zu wenig solcher Songs mehr geschrieben werden. Einfacher zu singen ? Das kommt immer auf die Tagesverfassung an. Manchmal geht's leichter mit dem Gebrüll, und manchmal eben mit dem Cleangesang. Was aber auch sehr gut zu uns passt, finde ich.

Wir haben generell auf jedem Album von uns 1- 2  Halbballaden ,falls es dir aufgefallen ist, und Abwechslung gehört für uns einfach dazu.  

 

El Lobo:  Schreibt Ihr denn die Songs alle zusammen, oder wie sieht die Arbeitsteilung bei Euch aus ?

 

Marco:  Manchmal fällt mir selbst oder dem Rene ein Riff zuhause ein und dann stellen wir das im Proberaum den anderen Jungs vor und probieren dann zusammen einen Song daraus zu machen. Die Texte schreibe ich alle selber.

 

Kerbi: In Österreich gehört Ihr mittlerweile schon zu den bekannteren Acts. Dennoch ist das Land ja verhältnismäßig klein. Ich denke ihr legt das Augenmerk schon mehr nach Deutschland und anderen europäischen Staaten, wenn's denn mal wieder um's Touren geht. Wie international stellt ihr euch mittlerweile auf und gibt es in Österreich denn eine wirkliche Metal-Szene ?

 

Marco: Ich geb dir Recht, Österreich ist für Heavy Metal ein sehr kleiner Markt. Wir haben schon eine Metal Szene aber sicherlich nicht so eine große wie in Deutschland. Wir spielten ja schon sehr viele Konzerte in Deutschland und wollen auch in naher Zukunft weitere bei Euch spielen. Natürlich wollen wir auch noch in anderen Ländern dieser Welt rocken, eigentlich in der ganze Welt. Und das werden wir noch.

 

El Lobo: Gibt's denn schon konkrete Anfragen oder Zusagen für beispielsweise Herbst/Winter 2021, falls denn dann wieder Touren in annehmbarer Form möglich wären ?

 

Marco: Ja wir hatten schon ein paar Anfragen. Kommt halt alles darauf an, wie es weiter geht mit Covid. Ist alles eine sehr schwierige Situation, aber "Never give up !" Wir machen weiter wie gewohnt.

 

El Lobo: Was haltet Ihr von den momentan verstärkt genutzten Stream-Konzerten ? Käme so etwas für Euch auch in Frage und unter welchen Bedingungen ?

 

Marco: An sowas haben wir überhaupt kein Interesse, da trink ma lieber a Bier und arbeiten an neuen Songs.

 

Kerbi: Da kommen wir langsam auch zum Ende hin. Schreibt ihr aktuell aufgrund der Pandemie mehr Songs ? Können wir vielleicht recht kurzfristig wieder mit einem Garagedays Werk rechnen ?

 

Marco: Wir sind am Arbeiten und zwar mit Volldampf. Haben gerade den Song "God of Rock" für Swen Harder eingespielt, den ihr sicher bald zu hören bekommt, und bereits 3 weitere Songs fürs kommende Album geschrieben.

Aufgrund der Pandemie konzentrieren wir uns momentan mehr auf Komponieren, als auf live spielen. Wie gesagt wir geben Gas.

PS: Ihr müsst zu jeder Zeit mit uns Rechnen, ihr werdet immer wieder was neues hören von uns.

 

 

  

 

Interview:  Kerbinator (Rock Castle Franken) und El Lobo (Rocklive Radio)


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