MESSERSCHMITT - Consumed By Fire

Tracklist:

  • Fairchild
  • Consumed By Fire
  • Psychoqueen
  • The Vanishing Strains
  • Arms Of Havoc
  • A Masterful Bloodshed
  • Hematic Wrath
  • And I Crave To Die

Info:

VÖ:  23.05.2020

Label: Eigenvertrieb


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8 / 10



Irgendwo hatte ich den Bandnamen Messerschmitt schon vor längerer Zeit mal gehört oder gelesen. Musikalisch bekannt waren die Jungs mir bis dato nicht. Nun gut, das Debut Album und bis jetzt auch letzte der Band („No Dread To Kill“) ist auch schon fünf Jahre her. Somit also auch nicht unbedingt verwunderlich, daß man bisher wenig über Messerschmitt weiß. Grund für die lange Pause, war anscheinend ein ernsthaftes Problem mit dem Proberaum der Band, was neue Songs auf Eis legte und man mehr oder weniger nur durch Live-Aktivitäten „am Ball“ geblieben ist.

 

Jetzt endlich gibt’s mit „Consumed By Fire“ den Nachfolger. Und da man den Bandnamen quasi als Synomym für Geschwindigkeit und Aggressivität gewählt hat, herrschen auch auf dem neuen Album heftige Speed-Attacken mit Hang zum Thrash vor. Ein vielleicht vermutetes Fable der Band zur Kriegsfliegerei ist nicht der Fall, auch wenn man mit dem Opener „Fairchild“ einen Songtitel im Gepäck hat, der unter anderem auch auf einen Flugzeugbauer zurückgeht. Tatsächlich handelt die Nummer aber von einem Flugzeugabsturz in Remscheid.

 

Schon beim Opener wird klar, daß Messerschmitt auf schnelle Rasiermesser-Riffs setzen und durch Christian Fass einen starken Gitarristen in den Reihen haben. Die zweite Gitarre übernimmt Sänger Maik Jegszenties. Apropos Gesang, dieser ist recht unkonventionell und wirkt mitunter manchmal angepisst und ein wenig neben der Spur, was allerdings dem Charme der Band entgegenkommt. Musikalisch findet man in den ersten beiden Songs („Fairchild“ und dem Titelsong) in meinen Ohren Parallelen zu Raven. Geschwindigkeit und auch die unkonventionelle Gitarrenarbeit passen und auch ein John Gallagher ist sicherlich nicht der beste Sänger unter der Sonne. Aber auch er bringt genau das gewisse Etwas in den Sound, den Raven auszeichnet.

 

Viel von Messerschmitt's Sound liegt in den 80ern begründet. Und thrash-typisch wird in den Refrains viel mit Gangshouts gearbeitet. Das reicht vom luftigen, fast witizig anmutenden „Psychoqueen“ (mein heimlicher Favorit auf dem Album) über das vielseitige „The Vanishing Strains“, bei dem das Tempo oft variiert und mit progressiven und tradtionsmetallischen Elementen gearbeitet wird, bis hin zur knallharten Speed-Thrash Abfahrt „Arms Of Havoc“, das ein wenig an alte Kreator erinnert.

 

Das knallharte, ohne Struktur und Chorus ballernde „A Masterful Bloodshed“ lässt weiterhin die Gitarren flirren, den Bass wummern und die Drums scheppern. Auch wenn nicht ganz so schnell gezockt, unheimlich aggressiv. Zum Abschluß liefern uns Messerschmitt mit „And I Crave To Die“ noch einen Longtrack mit über 6 Minuten Länge. Klar, daß dieser von der bisherigen Gangart etwas abweicht und auch gemäßigtere, fast epische Momente integriert. Aber auch eine Facette, welche der Band gut zu Gesicht geht und zeigt, daß sie nicht nur zügellos drauflos brettern, sondern auch in ihrer Vielseitigkeit von der Speed-/Thrash Kante abweichen können, ohne sich dafür musikalisch zu sehr verbiegen zu müssen.

 

„Consumed By Fire“ ist ein Album, das in bester 80er/Früh-90er Manier dem Speedmetal von Bands wie Raven, Razor oder Exciter ähnelt. Aber auch Thrash-Einflüsse der Marke Kreator oder auch mal Megadeth zulässt. Da man mit dem Tempo desöfteren spielt, wirkt alles auch nicht zu gleichförmig, sondern fördert genug Abwechslung zu Tage, um den Hörer bei Stange zu halten.

 

Die Jungs können was, das hört man und der räudige Charme, den gerade der Gesang versprüht, lässt einen auch mal nostalgisch schwärmen. Gute Platte.  



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Kommentare: 1
  • #1

    Florian Piwek (Montag, 15 Juni 2020 12:28)

    Dickes Dankeschön für das coole Review!

    Beste Grüße & Cheers
    Flo & Messerschmitt