LORDS OF SALEM - Hell Over Salem (EP)

Tracklist:

  • Monster Girl
  • Hell Over Salem
  • Zombie Monkey Woman
  • Rock'n Roll Machine

Info:

VÖ:  31.10.2018

Label:  Eigenvertrieb


Video:

Bewertung:

Autor:  Kerbinator

 

Bewertung:  7 / 10 



Achtung, hier kommen neue Endzeit-Krieger. Zumindest wenn man sich Bandfotos der Stuttgarter Lords Of Salem anschaut. Mad Max mitten im Ländle...so könnte man meinen. In chaotischen Zeiten, in denen wir leben, treffen Postel (vocals), Arian (guitars), Marple (bass) und Alex (drums) im Prinzip genau den Nerv der noch besonnenen Bevölkerung. Was interessiert mich der Schmutz der Welt, ich mach' meinen eigenen Scheiß und ihr Profilneurotiker geht mir am Allerwertesten vorbei.

 

Solch eine Ausrichtung findet sicherlich nicht bei jedem Schöngeist seine Bewunderung, eine besondere Attitüde absprechen kann man einer Band wie Lords Of Salem aber nicht. Und musikalisch sind wir bei der EP „Hello over Salem“ absolut im grünen Bereich. Von Achim Köhler (Primal Fear, Brainstorm) amtlich gemixt und gemastered, zeigen die vier Kämpfer beachtliche musikalische Finesse in allen vier Songs der EP. Lediglich der rote Faden, in welche Stilrichtung man sich eigentlich bewegen will, fehlt ein wenig.

 

Denn alle Songs sind unterschiedlicher Natur. Beim Opener „Monster Girl“ haben wir es nach überstandenem Anfangsgelächter mit einem reinrassigen Riff-Rocker zu tun. Erdig, staubig mit kernigen Rhythmen und recht hohem, cleanen Gesang von Postel. „Hell over Salem“ klingt dagegen schon anders mit unheilvoller Violine zu Beginn und während des gesamten Songs im Background. Die Gitarre erklingt tiefer gestimmt, somit auch moderner und auch die Vocals knallen garstiger und düsterer. Ein Power-Refrain animiert sofort zum Fäusterecken und leichte Horror-Vibes unterstreichen die dunkle Seite der Macht. Toll gemachte Nummer, die sich einprägt.

 

„Zombie Monkey Woman“, welches von Sirenen und einer Durchsage eröffnet wird, geht wiederum in eine andere Richtung. Hauptamtlich verwursten Lords Of Salem hier Industrial Klänge, welche auch Die Krupps gerne hören würden, und speien Gift und Galle in Form von reichlich abgefuckten Vocals. Derbes Brett, daß man vielleicht sogar auf ganz dunklen Tanzflächen aufführen könnte.

 

Zum Abschluß dieser EP kredenzen uns Lords Of Salem mit „Rock'n Roll Machine“ dem Songtitel anheimelnd einen umfassenden Rock'n Roll Groove. Das mit Wah-Wah-Effekten unterlegte Gitarrensolo bringt die Nummer in old schoolige Zeiten und vollendet einen gutklassigen Rock'n Roller, der wieder mehr zurück in Richtung Opener geht.

Nein, eine rote Linie zieht sich nicht durch „Hell over Salem“. Dennoch ist jeder einzelne Song eine ausgesprochen kurzweilige Angelegenheit, mit jeweils ordentlich Arschtritt-Komponenten und spritzigen Rhythmen. Noch ein bisschen mehr Angepisstheit würde vielleicht nicht schaden, dennoch passen Image und Musik bei den Herren Salem's wunderbar zusammen.

 

Bin gespannt, wohin der Weg der Band musikalisch führt. Für's erste kann sich jeder seinen Favoriten aus den Songs ziehen. Mir gefallen sie alle auf ihre eigene Art und Weise. Stilbrüche sind dazu da, eigene Stile daraus zu machen. Hier sind die Stuttgarter, da bin ich sicher, auf einem guten Weg.

 



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